Bücher für Katzenliebhaber


Paul Gallico

Miau - sagt mehr als tausend Worte

Neuausgabe
März 2009
Hardcover
ca. 128 Seiten, € 9,80
ISBN 978-3-86671-057-3

Preis: 9,80 EUR
 

»Ein bezauberndes und amüsantes Buch für Katzenfreunde!« Miau & Co
»Ein ganz und gar praktischer, für jede Katze unverzichtbarer Ratgeber, dessen Weitergabe an Menschen jedoch unterbleiben sollte.« Reutlinger Generalanzeiger

Der hinreißende Katzen-Klassiker von Paul Gallico


Jeder Mensch hat seine Schwäche:
Das entschlüsselte Manuskript einer Katze, die einen Ratgeber geschrieben hat, wie man sich selbst und seine Menschen glücklich macht.




Wie man Menschen um die Pfote wickelt

Mit Ratschlägen von Katze zu Katze

Wie ich mein Heim eroberte

Menschenkunde
Männer
Frauen
Kinder
Der Junggeselle

So kommst du zu Eigentum
Das Bett
Der Sessel
Andere Orte und Dinge

Zeig ihnen, was du möchtest
Kleine Happen vom Tisch
Sei stets graziös
Das Spiel mit den Türen
Weihnachten – ein Raschelfest
Reisen will gelernt sein
Ein weißer Kater – und die Folgen

Von unserer Sprache
Das stumme Miau
Miau mit Variationen
Das Schnurren und seine Stufen

Knigge für Katzen
Liebe – ein großes Rätsel
Doppelspiel – nicht ganz nobel
Warnung vor Fehlern
Spiele und Freizeitbeschäftigungen
einschließlich Lesen am Kamin



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Paul Gallico (Foto: Wikipedia)

Aus dem Vorwort des Herausgebers


Das Manuskript dieses Handbuches erreichte mich unter höchst ungewöhnlichen Umständen. Ich bekam es von einem Nachbarn, dem Chef eines großen Verlagshauses.
Eines Tages – er saß eben am Frühstückstisch – läutete es und er ging selbst zur Tür im Glauben, die schon erwarteten Tageszeitungen seien gekommen. Zu seiner Überraschung
stand niemand vor der Tür, und statt der Zeitungen lag ein dickes Manuskript auf der Türmatte.

Für ihn als Verleger war es natürlich nichts Neues, Manuskripte über die ungewöhnlichsten Wege zu erhalten, aber er war doch erstaunt darüber, dass die Straße leer war und sich niemand entfernte, hatte er doch die Tür innerhalb weniger Sekunden geöffnet. Noch verblüffter war er jedoch, als er das Manuskript oberflächlich anschaute und feststellte, dass es entweder das Werk eines Narren oder eines Spaßvogels war – es war ganz in einer Art Geheimcode geschrieben.

Er konnte nicht klug daraus werden. Aber da er wusste, dass ich mich für Geheimschriften interessierte und im Krieg einige Erfahrung im Dechiffrieren gesammelt hatte, übergab er mir das Manuskript für den Fall, dass ich Lust hätte, es zu enträtseln.

MOSU
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Uch verkir neune N9tter, aks ivh moch rin d4hr
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ich akkeun suf onr Qr16. Sllzi imglüxhlocg wyr
icg yver mocht, drmm och 3yr inzekkihenr, syjk
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S3kvstcdrtryuen.


Ich sah auf den ersten Blick, dass der Text keinem der bekannten Chiffrier-Systeme folgte. Kryptologen haben es immer schwierig gehabt, wenn eine Verbindung von Zahlen und Buchstaben vorliegt. Aber hier hatten wir offensichtlich eine Art von Buchtitel, dann vielleicht mit einem Untertitel. Der Autorenname war leider unleserlich, verwischt, erkennbar war es der Anfang einer Geschichte. Neugierig machte ich mich an die Entzifferung, doch fruchteten die üblichen Methoden nichts. Ich musste den Text, da ich dringende andere Arbeiten hatte,
beiseitelegen.

Als ich es jedoch ein paar Monate später wieder in Angriff nahm, geschah etwas sehr Merkwürdiges. Mir schien, ich könnte den ersten Satz lesen, zumindest erkannte ich doch
eine Art von Rhythmus in der Wortabfolge: »Zu meinem Unglück verlor ich meine Mutter, als ich noch ein sehr junges Kötzven war, und mit sechs Wochen war ich ganz allein auf der Welt.«

War die Sache wirklich so einfach?

Und was in aller Welt war ein Kötzven?


Ich setzte mich an die Schreibmaschine, um den vermuteten Satz aufzuschreiben. Ein Blick auf die Tastatur, und siehe da: Die Lösung lag auf der Hand. Ich übersetzte, erst langsam, dann mit zunehmender Übung schneller, und entschlüsselte Überschrift und Text:


MIAU
SAGT MEHR ALS TAUSEND WORTE
VON XXXXXX


Zu meinem Unglück verlor ich meine Mutter, als ich noch ein sehr junges Kötzven war, und mit sechs Wochen war ich ganz allein auf der Welt. Allzu unglücklich war ich aber nicht, denn ich war intelligent, sah gut aus, wusste mir zu helfen und war voller Selbstvertrauen. Außerdem hatte mir meine Mutter mehrere Wochen lang bereits einiges beigebracht, bevor sie eines Nachts von einem Auto überfahren wurde…

Warum aber ein so seltsamer Code? Wenn Sie einen Blick auf Ihre Schreibmaschine werfen, werden Sie erkennen, dass er für manche Buchstaben andere einsetzte, die auf
der Tastatur benachbart waren. Und plötzlich war mir klar: Es war gar kein Geheimcode und hatte nie einer sein wollen. Wer nicht mit Schreibmaschinen vertraut ist, neigt dazu, seine Fehler in einer Art von Muster zu wiederholen. Hier handelte es sich allerdings um eine andere Art von Gestammel. Es ist die Art von wirrem Buchstabensalat, wenn die Schreibmaschinentaste nicht von einem Finger angeschlagen wird, sondern von einer fünfzehigen Pfote!

...

Paul W. Gallico


»Die edition tieger glänzt mit Raritäten« WZ Düsseldorfer Nachrichten