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Jahrbuch für Autoren, Autorinnen 2010/2011
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Autobiografie, Tagebuch schreiben, Freedom Writers

Inhaltsverzeichnis und Einleitung

Tristine Rainer

Tagebuch schreiben

Mit einem Vorwort von Anais Nïn


Vorwort von Anaïs Nin
  1. Das Neue Tagebuch
  2. Anfänge
  3. Privatsphäre : Teilen oder nicht teilen
  4. Bausteine und Techniken
  5. Die sieben Techniken
  6. Traumarbeit
  7. Erotik
  8. Schreibblockaden überwinden
  9. Die Magie des Tagebuchs
  10. Die Lektüre Ihres Lebens
  11. Kreativität entfalten
         

Einleitung

Das Neue Tagebuch

Ein Romanautor sammelt Material, stellt sich Fragen zum geplanten Thema und hält in seinem Tagebuch Ideen, Gesprächsfragmente und Fantasien schriftlich fest.

Eine gerade geschiedene Frau schreibt in ihrem Tagebuch über ihre verwirrten Gefühle und analysiert sie. Je mehr sie schreibt, umso klarer wird ihr, was sie sich für eine kommende Beziehung wünscht und was nicht.

Ein pensionierter Ingenieur tippt ein Passwort in seinen Laptop und stellt Fragen zum Älterwerden, zum Verstreichen der Zeit und zum inneren Frieden, den er sucht. Im Laufe der Zeit erschließen sich ihm die Antworten. Er schreibt Tagebuch.

Eine junge Webdesignerin steht eine Stunde früher auf als die übrige Familie, um ihre Träume und einige Verse zu notieren.

Ein bekannter Musiker schreibt während seiner Flugreisen und in Garderoben Tagebuch, um sich als Mensch wiederzufinden statt als Person des öffentlichen Lebens.

Eine Künstlerin skizziert Ideen und Gedanken und verwendet einige dieser Strichzeichnungen später in ihren Gemälden.

Ein Geschäftsmann analysiert die verschiedenen Faktoren, die seine Entscheidung bestimmen, in seinem ledergebundenen Tagebuch.

Eine College-Studentin schreibt zwischen den Unterrichtsstunden in ihr Buch, um die Theorie des Lehrers mit den Erfahrungen des täglichen Lebens in Einklang zu bringen. Später überträgt sie ihre Einträge auf eine Blog-Site im Internet und erhält Reaktionen von anderen Tagebuchautoren.

Der Beleuchter einer TV-Soap zeichnet zwischen den Aufnahmen das Drama seines eigenen Lebens auf.

Eine Ehe- und Familienberaterin entwirft imaginäre Gespräche zwischen sich selbst und einem inneren Supervisor.

Ein vor kurzem verwitweter Mann schreibt Tagebuch als Gebet und spirituelle Meditation.

Eine Frau auf Arbeitssuche wendet sich vor jedem wichtigen Bewerbungsgespräch an ihr Tagebuch. Sie stellt sich vor, wie ihr möglicher Arbeitgeber sie sieht, und übt, was sie sagen und tun will.

Eine werdende Mutter schreibt darüber, was mit ihrem Körper geschieht, und über die Schwierigkeit, ihre bisherige Persönlichkeit mit den Veränderungen, die sie erlebt, zu verstehen.

Diese Menschen und viele andere arbeiten auf verschiedene Art und in unterschiedlichem Stil mit ihrem Tagebuch. Sie führen ein privates Tagebuch nicht nur, um Erinnerungen zu bewahren, sondern auch als Kommunikation mit sich selbst. Sie schreiben, skizzieren, träumen und spielen mit ihrer Fantasie. Sie schreiben auf, was sie beschäftigt, ihre Gefühle, Gedanken, Interessen, Vorstellungen und Fantasien. Sie schreiben, wann immer sie das Bedürfnis dazu haben, aus Vergnügen und als Selbsthilfe.
Durch regelmäßiges Tagebuchschreiben und Reflexion erkennen sie Probleme und verstehen Entwicklungen in ihrem Leben und erweitern ihre Kreativität. Sie erfahren, dass Spontaneität, Ehrlichkeit, Tiefe, Klarheit, Vieldeutigkeit, Humor und ein ausgeprägtes Sinnesempfinden Qualitäten eines reifen, ich-bewussten Menschen sind.