Bücher für Katzenliebhaber

Goethes Katze. Oder: Dichtung und Wahrheit. Roman

Svend Leopold

Ein Kater am Hof Napoleons zog 1806 als Kaiserliche Biwakkatze mit in den Krieg und begegnete in Weimar dem Dichter Goethe, den er so bewunderte, dass er sich entschloss bei ihm zu bleiben und selbst Dichter und Denker zu werden. Im Hause Goethes konnte er scharfsinnige Beobachtungen über das gesellschaftliche und literarische Leben in Weimar anstellen. Und dann sorgte der Hofrat Goethe auch noch höchstpersönlich für eine Beförderung in die Theaterwelt, wo ihm äußerst höflich seine Ernennung zur Herzoglich Weimarischen Theaterkatze mitgeteilt wurde…

Svend Leopold
Goethes Katze
Oder: Dichtung und Wahrheit
Roman
155 Seiten, Halbleinen, 9,95 Euro
Januar 2010
ISBN 978-3-86671-061-0

Preis: 9,95 EUR
 


»Ein Stück Lebensgeschichte Goethes, aus der Katzenperspektive erzählt. Eine amüsante Lektüre für Goethe- und für Katzenfreunde.« DIE ZEIT


'Vergnüglich zu lesen. Wird doch am Beispiel des Katers das Hauptinteresse aller Katzen (und Menschen?) vorzüglich beschrieben: gut (fr)essen, schlafen, Vergnüglichkeiten frönen und gestreichelt werden.' Donaukurier 15.8.2010


'Wie der Stubentiger aus den kaiserlichen Tuilerien in den Klassiker-Dunstkreis gelangte und was ihm dort widerfuhr, kann Anhänger des Großdichters wie auch Liebhaber der schnurrenden Spezies entzücken.' Nordkurier 28.9.2010


 



»Diese Katze, die Sie dort sehen, ist Goethes Katze und der Stolz unserer Nation!«

»Alle großen Dichter sind unglücklich, jedoch
nicht alle unglücklichen Katzen sind Dichter.«

Goethes Katze

Meine Objektivität entfaltete sich, meine ästhetische Naturfreude erhielt reichliche Nahrung, und ich begann, langsam mein Leben nach dem Vorbilde Goethes zu einem harmonischen Kunstwerk zu formen. Oft erschienen fürstliche Persönlichkeiten, um Goethe zu begrüßen. Ich habe beobachtet, dass er sich lieber mit einem dummen König unterhielt als mit einem klugen Bauern, was man ihm nicht verdenken konnte, da es viel schwieriger ist, mit dummen Königen ins Gespräch zu kommen als mit klugen Bauern.

Nichts jedoch schmeichelte mir mehr, als zu hören, dass man mich »Goethes Katze« nannte. Mit diesem Ehrentitel bedacht, verlebte ich heitere Tage in Weimar, nur beschwert von der Bürde unentwegter Ehrenbezeugungen. Da ich meinen Herrn täglich zum Schloss begleitete, wurde mir gar bald vom Herzog der Titel eines wirklichen Kammerkaters mit dem
Ersten Stern des Hausmausordens verliehen.

Ich erregte bei Hofe dadurch mächtiges Aufsehen, dass ich mich stets an der Oberfläche der Gespräche bewegte. Ich richtete mich in meinen Reden nach den Begriffen der Staatsraison und erntete deshalb viel Wohlwollen, weil ich so ahnungslos wie möglich tat. Niemals trat ich meinen Vorgesetzten dadurch zu nahe, dass ich mir den Anschein gab, ein begabtes Wesen zu sein.

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Foto: Königliche Bibliothek Kopenhagen

Svend Leopold

Svend Leopold (1874 – 1940), dänischer Schriftsteller, hat – angeregt durch E.T.A. Hoffmanns Lebens-Ansichten des Katers Murr – den satirischen Roman Goethes Katze geschrieben, der erstmals 1906 in Dänemark erschienen ist und 1908 ins Deutsche übertragen wurde. Der Autor hat eine Zeit lang in Dresden und Weimar gelebt. Die Fotografie zeigt ihn im Jahre 1904.

»Die edition tieger glänzt mit Raritäten« WZ Düsseldorfer Nachrichten